Category Archives: racism

wo ich war soll wir werden

Ein Gastbeitrag des Genossen Döhnermann über die Wiener Hasenfußfraktion der Neuen Rechten, erschienen in der aktuellen Ausgabe der Unique.

„Wir wissen was wir sind und was wir nicht sind.“1

Sie versuchen mit einem Bumerang aus Dollfuß-Altbeständen postmoderner Beliebigkeit und kapitalistischer Globalisierung den Garaus zu machen. Die Identitären in Österreich wollen die neue rechte APO werden, wissen aber selber nicht so richtig wer sie sind.

wurstidentitätDass die verfügbaren Therapieangebote in Anbetracht der gesellschaftlichen Lage nie und nimmer ausreichen können, die Fragmentierten und Leidenden vor dem Wahnsinn ihrer täglich reproduzierten Hölle zu retten, ist weniger individuelle Erkenntnis als allgemeine Gewissheit. Wenn sich daher eine wackere Gruppe von Gutmenschen auf ihre Fahne schreibt, sich den „anerzogenen Neurosen“, „Entwurzelungspsychosen“ und „Ich-Schwächen“ der Menschen anzunehmen, bringt man ihr trotz dieses Begriffspotpourri erst einmal Interesse entgegen. Berufen sie sich dann auch noch auf die Psychoanalyse und sei dies bloß in den universitären Verfallsformen der Entwicklungspsychologie, daher auf Erik H. Erikson, meint man schon fast sich ungläubig die Augen reiben zu müssen. Doch dann geht der Blick weg vom Anspruch, gleitet auf den dazugehörigen Namen und hält kurz inne. Denn es kommt einem das abgedroschene Sprichwort in den Sinn, welches da besagt: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Wie anders ließe sich vom Standpunkt der Psychoanalyse aus auf eine Namensgebung reagieren, wie sie in Die Identitären kulminiert und direkt aus dem Unbewussten zu springen scheint. Was muss ein Individuum ertragen haben, dass es seiner selbst so offenkundig unsicher ist, dass es nur mehr aus einer Beschwörung einer um ihrer selbst Willen bestehenden Gemeinschaft eben jene besagte Identität ziehen kann.

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welcome to hipster town

is the edl a fascist organisation?

In the last thirteen months, a totally new political phenomenon has taken to the political stage in the UK. The English Defence League (EDL), along with its offshoots in Wales and Scotland (the Welsh and Scottish Defence Leagues) appeared in the spring of 2009. Its marches mobilize thousands of people but it has no clear agenda, apart from disliking Islam and defiant patriotism.

Despite the completely novel nature of the EDL, its opponents have little trouble in understanding it through the prism of the longer standing and more conventionally far right British National Party (BNP). Organizations like Unite Against Fascism have demonstrated against the EDL, calling it a fascist or Nazi organization. More recently, there has been some controversy on the Left when a Jewish Division of the EDL was alleged to have supported a Zionist Federation demonstration of solidarity with Israel in the wake of the Gaza flotilla events. The occasional brandishing of the Israeli flag alongside the flag of England’s Palestinian patron saint, George, has caused consternation among anti-fascists. So, what is the EDL? Is it fascist? And what’s with the Israeli flags?

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young, british and angry

BBC Dokumentation über die English Defence League

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Guardian Dokumentation EDL Uncovered


P.I. Hooligans

Am vergangenen Samstag fand in Berlin eine Kundgebung von zwei allseits beliebten islamkritischen rassistischen Vorfeldorganisationen der deutschen Stammtischkultur statt. Genau wie die English Defence League vor einigen Wochen1 wollten nun auch die Freaks von P.I. News und Pax Europa Solidarität mit dem rechtspopulistischen Politiker und Filmemacher2 Geert Wilders bekunden. Und um einmal mehr den internationalen Charakter ihrer Bewegung zum besten zu geben hatte man sich nicht bloß wieder auf großartige Weise kreativ betätigt, sondern auch einen ganz besonderen Redner eingeladen. Aeneas von der E.D.L. war eigens für das Event nach Berlin gekommen und hielt einen Redebeitrag inklusive Schweigeminute für tote deutsche Soldaten.
Mal ganz abgesehen davon, dass es schon traurig ist, wenn solche Spacken wie P.I. und Pax Europa in Berlin einen auf dicke Hose machen können und dafür keine fangen ist es noch umso trauriger, dass dem Genossen Pünjer hier wohl jemand zuvor gekommen ist3. Hätte er sich die E.D.L. mal rechtzeitig als Bündnispartner gesichert…
Andererseits kämpften die Redakteure einer gewissen Berliner Zeitschrift ja immer schon am besten wenn es alleine gegen den Rest der Welt ging. Und – ganz ehrlich – das macht sie auch nach wie vor sympathischer als das reaktionäre und furchtbar bewegungsfreundige Revanchistenpack von Konkret und Jungle World.
In diesem Sinne: Bahamas! Never surrender!

  1. Am 5. März veranstaltete die E.D.L. anlässlich eines Besuchs von Wilders im House of Lords eine Solidaritätsdemo in London. [back]
  2. Wer es nicht so mit stumpfer und billig produzierter Propaganda hat, aber doch ein wenig dem Islam freveln will, kann sich das Schauen von Wilders Fitna getrost sparen und lieber auf den Klassiker von van Gogh zurückgreifen. [back]
  3. Mehr über Pünjers Liebe gab es hier. [back]

Im Geist von Tommy Johnson

Sören Pünjer hat in der aktuellen Bahamas einen lesenswerten Bericht über die bestgekleidete Politgruppe Englands geschrieben. Man merkt dabei sofort: für Pünjer war es Liebe auf den ersten Blick.
Nicht, dass das nicht verständlich wäre, schließlich wird auch mir bei Jungmännern mit CP-Jacken und Henry Lloyd-Polos ganz anders, aber vielleicht hätte ein wenig kritische Distanz dann doch ganz gut getan. Beim sezieren des Objekts seiner Begierde relativiert Pünjer nämlich nicht nur die Überschneidungen von BNP und EDL-Aktivisten sowie den Versuch der BNP die EDL zu vereinnahmen sondern ignoriert auch die Tatsache, dass sich viele Unterstützer der EDL nicht sonderlich um die Leitlinien der EDL-Spitze kümmern und lieber ihre rassistischen, nationalistischen und antikommunistischen Ressentiments beibehalten. Eine traurige Tatsache, welche man nicht nur vor Ort hätte recherchieren können sondern auch im EDL eigenen Forum des öfteren unter die Nase gerieben bekommt.

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