Category Archives: class struggle

Objektiv ungerecht behandelt und trotzdem freundlich

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Demokratie und Postnazismus

„Dieser Bonaparte, der sich als Chef des Lumpenproletariats konstituiert, der hier allein in massenhafter Form die Interessen wiederfindet, die er persönlich verfolgt, der in diesem Auswurf, Abfall, Abhub aller Klassen die einzige Klasse erkennt, auf die er sich unbedingt stützen kann, er ist der wirkliche Bonaparte, der Bonaparte sans phrase.“ (Marx, S.161)

Ende 2014 hat sich in Dresden das ostzonale Lumpenproletariat zu einem diffusen Bündnis formiert. 1 sUnter dem Kürzel PEGIDA1 appelliert dieser Auswurf aller Klassen mit seinen Demonstrationen an den Staat, dem er sich, um der eigenen Überflüssigkeit Herr zu werden, als (post-)faschistischer Abwehrmechanismus anzudienen sucht. Diese konformistische Mobilisierung hält bei aller Ablehnung des politischen Establishments Staat wie Demokratie die Treue und trifft auf eine zivilgesellschaftliche Gegenmobilisierung, die ihr darin in nichts nachsteht. Einmal mehr zeigt sich, dass demokratischer Meinungspluralismus und nationalsozialistisches Erbe nicht im Widerspruch zueinander stehen.

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Istanbul im Mai

Basisbanalitäten

apergia-2In the afternoon of January 24, the Greek government via the ministry of transport ordered the civil conscription (i.e. the forced return to work) of the workers at the Athens Metro, who had been on strike for the past eight days. In response, the workers in all other mass transportation mediums in the city (buses, metro green line and tram) have also joined or extended their strikes.

Today at approximately 03.40 am, riot police (MAT) and police’s special anti-terrorist task force (EKAM) stormed the central metro depot in Sepolia, W. Athens, in their attempt to break the transport strike. At least 100 workers were inside the depot at the time of the operation and at least three were detained.

via from the greek streets

Wölfe im Winter

Wild heult der Wolf des nachts im Wald
und findet nichts zu beißen.
Doch ich geb ihm ’nen Hahnenkamm,
der soll ihm den Hals zerreißen.
1

Das Wolfsrudel ist die ideale Gemeinschaft der Österreicher, es ist das Individuum verschlingende Racket, welches sich mit anderen zum Staat vereint, der ihre Mordbrennerei institutionalisiert.
Eine kleine Geschichte einer kollektiven Selbstverstümmelung.

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Fest pressen sich die österreichischen Steuerzahler im Winter der Ökonomie an den Wärme verheißenden Staat, immer in Angst um die eigene erbärmliche Existenz, die sie doch gerade durch derlei Nähe gänzlich auszulöschen drohen. Doch bleiben sie außerstande sich vom eisigen Bann der kollektiven Zurichtungsmaschinerie zu befreien, sind ihr vielmehr verbunden wie der alternde Wolf dem Wolfsrudel, welches ihn doch nur schindet und permanent mit Ausschluss oder Tod bedroht.
Schließlich ist solch Etatismus in Österreich hart erkämpft, egal ob Proletarier oder Bourgeois, man hat dem Platz im Wolfsrudel gewollt und auch mit dem eigenen Blut dafür gezahlt. Seit den Frühtagen der Bourgeoisie, den vorsichtigen Annäherungen der Monarchie an die Aufklärung, wählten die umherschweifenden Subjekte im Angesicht der kapitalistischen Kälte die Selbstzurichtung, die Angleichung der eigenen Temperatur an die der, vom Warentausch verkühlten, Außenwelt.
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killing capitalism with old songs