Category Archives: communism

Im Dienste des Glücks

Die Widerstände gegen eine Welt, in welcher der Mensch glücklicher sein kann, als das Subjekt unserer Tage sind groß und vor allem in ihm selbst zu finden.

PGP 279.2A (framed: 50.80 x 40.64 cm) Untitled [Unemployed man -Nach Sigmund Freud ist das Glück der vom Menschen gesetzte Zweck des Lebens und entspringt der Ambivalenz von Lust und Unlust. Denn die Menschen „streben nach dem Glück, sie wollen glücklich werden und so bleiben. Dies Streben hat zwei Seiten, ein positives und ein negatives Ziel, es will einerseits die Abwesenheit von Schmerz und Unlust, andererseits das Erleben starker Lustgefühle.“1 Aber dem Glück droht permanent das Unglück. „Von drei Seiten droht das Leiden, vom eigenen Körper her, […], von der Außenwelt, […], und endlich aus den Beziehungen zu anderen Menschen“.2 Im Angesicht dieser Bedrohung ist es irritierend, dass die Menschen im gegenwärtigen gesellschaftlichen Zustand verharren. Zum einen sind sie in ihm nur mehr Subjekte, denen sich die Last der drei Seiten potenziert, zum anderen scheinen die Möglichkeiten zur Lustbefriedigung begrenzt und das Erleben von Unlust an der Tagesordnung zu sein. „Man möchte sagen, die Absicht, daß der Mensch »glücklich« sei, ist im Plan der »Schöpfung«“3 und im Plan der herrschenden Gesellschaftsordnung nicht enthalten.

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Wölfe im Winter

Wild heult der Wolf des nachts im Wald
und findet nichts zu beißen.
Doch ich geb ihm ’nen Hahnenkamm,
der soll ihm den Hals zerreißen.
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Das Wolfsrudel ist die ideale Gemeinschaft der Österreicher, es ist das Individuum verschlingende Racket, welches sich mit anderen zum Staat vereint, der ihre Mordbrennerei institutionalisiert.
Eine kleine Geschichte einer kollektiven Selbstverstümmelung.

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Fest pressen sich die österreichischen Steuerzahler im Winter der Ökonomie an den Wärme verheißenden Staat, immer in Angst um die eigene erbärmliche Existenz, die sie doch gerade durch derlei Nähe gänzlich auszulöschen drohen. Doch bleiben sie außerstande sich vom eisigen Bann der kollektiven Zurichtungsmaschinerie zu befreien, sind ihr vielmehr verbunden wie der alternde Wolf dem Wolfsrudel, welches ihn doch nur schindet und permanent mit Ausschluss oder Tod bedroht.
Schließlich ist solch Etatismus in Österreich hart erkämpft, egal ob Proletarier oder Bourgeois, man hat dem Platz im Wolfsrudel gewollt und auch mit dem eigenen Blut dafür gezahlt. Seit den Frühtagen der Bourgeoisie, den vorsichtigen Annäherungen der Monarchie an die Aufklärung, wählten die umherschweifenden Subjekte im Angesicht der kapitalistischen Kälte die Selbstzurichtung, die Angleichung der eigenen Temperatur an die der, vom Warentausch verkühlten, Außenwelt.
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goodbye bonokids

Die Universität Wien wird zum Wintersemester wohl auf einen neuen Bachelorjahrgang motivierter Internationale Entwicklung-Studierender verzichten. Auch wenn dies leider einmal mehr Ausdruck von Sparmaßnahmen ist, daher vor allem auf die gegenwärtige Krise des Kapitals verweist, kann der Einebnung des IE-Bachelorstudiums durchaus etwas abgewonnen werden. So steht doch grade das IE-Studium für das menschliche Antlitz des grüngewaschenen Kapitalismus. Für einen hübschen Entschuldigungsbrief der Ersten Welt gen Süden, der im Endeffekt aber doch nichts anderes ist, als die Freikarte für eine weitere Rundfahrt auf realkapitalistischer Safari.
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Long live the holiday of the workers of all the countries!

Die japanische R.A.F. und Gaddafi

Japan Anfang der 70er. Nachdem es bei den Auseinandersetzungen zwischen der linken Studentenbewegung und Polizeistreitkräften zu mehreren Toten gekommen war, hatte der japanische Staat reagiert und die ohnehin schon in Zersplitterung und Auflösung begriffene Bewegung in die Enge getrieben.
Die wohl wichtigste linksterroristische Gruppe, die aus dieser Krisensituation der japanischen Linken hervorging, war die japanische Rote Armee Fraktion. Aus dieser entstanden 1971 die Vereinigte Rote Armee (VRA) sowie die Japanische Rote Armee (JRA). Während die VRA den revolutionären Kampf innerhalb Japans austragen wollte, verfolgte die JRA eine internationale Herangehensweise, die sich im Folgenden vor allem durch eine intensive Zusammenarbeit mit der PFLP und dem libyschen Regime auszeichnen sollte.

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vom scheitern…

oder warum Marx-Lesekreise nie über den ersten Band hinauskommen werden

via uberspaltbar