Category Archives: israel

the palestinians are not the issue here

Die antisemitischen Gewaltausbrüche des Sommers zeigen einmal mehr, dass Juden in Europa nicht sicher sind1. Der Mut zur antisemitischen Gewalttat erwächst aus den heterogenen Bündnissen gegen Israel, welche bereits durch die Wahl ihrer Mittel ihren antisemitischen Charakter preisgeben.

Ein einendes Element der „pro-palästinensischen“ Proteste, die auch dieses Jahr wieder gegen Israel abgehalten wurden, sind Bilder von toten Kindern. Der Verbreitungsgrad dieser Bilder scheint dabei von der Grausamkeit der abgebildeten Todes-Szenerie abzuhängen. Je schrecklicher das Abgebildete, umso größer die Verbreitung in sozialen Netzwerken und auf Demonstrations-Plakaten. Wenn man Quellrecherche betreibt und die Hintergründe der Fotos offen zu legen sucht, führen die Spuren aber häufig nicht nach „Palästina“, sondern in den Irak oder nach Syrien. Viele der abgebildeten Gewalttaten stehen nicht im Kontext der Geschehnisse um Israel und seine Feinde, werden aber von den „Freunden Palästinas“ der israelischen Armee zugeschrieben. Konfrontiert man die Verbreiter von derlei Bildern mit den Ergebnissen derartiger Recherchen, reagieren diese weder überrascht noch beschämt. Stattdessen wird angeführt, dass das jeweilige Bild symbolisch für das Leiden des „palästinensischen Volkes“ stünde und die israelische Armee nun einmal Kinder töten würde, wenn nicht die abgebildeten, so doch sicher andere. Es gibt keinen Moment des Erschreckens vor sich selbst, keine Reflexion darüber, warum man nach Belieben aus dem Kontext gerissene Bilder toter Kinder einsetzt. Im Gegenteil: dass dem Individuum, welches das abgebildete Kind war, durch die Degradierung zum geschichtslosen Propagandawerkzeug noch ein letztes Mal Gewalt angetan wird, ruft bei den Verbreitern von derlei Perfidität nur Schulterzucken hervor.

Continue reading

Advertisements

Über die notwendige Militanz der Vernunft

Was 2006 galt, gilt auch heute (nicht wirklich notwendige Aktualisierungen in Kursivschrift):

“Damals schrieb Karl Marx den “kategorischen Imperativ” auf, alle gesellschaftlichen Verhältnisse umzustürzen, unter denen die Gattung sich selbst widerspricht, d.h. jedweden Zustand der Herrschaft des Menschen über den Menschen. Kein Staat verdient zu existieren, außer, als Notwehr, Israel. Heute dagegen kann sich “Der Spiegel” darüber freuen, einen antisemitischen Haudrauf wie Jakob Augstein sein Eigen nennen zu können und der Bayrische Rundfunk sich nicht minder euphorisch mit deutschen Nahost-Experten à la Thorsten Teichmann1, die den Bewohnern von Aschdod am liebsten bei Kaffee und Kuchen erklären würden, dass ihre Auslöschung schon der angemessene Preis für einen Frieden sei, vergnügen. Das ist der Unterschied ums Ganze. Und darum ist der Krieg der israelischen Armee gegen die Hamas ein guter Beweis dafür, daß die Militanz der Vernunft noch Zukunft hat. Anders gesagt: die israelische Armee ist der bewaffnete Arm der revolutionären Kritik im Stande ihrer gesellschaftlichen Unmöglichkeit.”

  1. So geschehen im Tagesgespräch auf Bayern 2 vom 20.11.2012, zu finden im BR-Archiv.

the grass is always browner

Was gesagt werden muss ist, dass es zur europäischen Tradition gehört, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. Früher waren es christliche Kinder, deren Blut die Juden angeblich zur Herstellung der Mazzen verwendeten, heute ist es das iranische Volk, das der jüdische Staat angeblich auslöschen will.
Was auch gesagt werden muss ist, dass Israel der einzige Staat auf der Welt ist, dessen Existenzrecht öffentlich angezweifelt wird. So war es schon am Tag seiner Gründung, und so ist es auch heute noch.
Wir wollen in Frieden mit unseren Nachbarn in der Region leben. Und wir sind nicht bereit, die Rolle zu übernehmen, die Günter Grass uns bei der Vergangenheitsbewältigung des deutschen Volkes zuweist.

So der israelische Gesandte Emmanuel Nahshon zur jüngsten Veröffentlichung von Günter Grass

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=FerBkvEvw4U%5D

Die japanische R.A.F. und Gaddafi

Japan Anfang der 70er. Nachdem es bei den Auseinandersetzungen zwischen der linken Studentenbewegung und Polizeistreitkräften zu mehreren Toten gekommen war, hatte der japanische Staat reagiert und die ohnehin schon in Zersplitterung und Auflösung begriffene Bewegung in die Enge getrieben.
Die wohl wichtigste linksterroristische Gruppe, die aus dieser Krisensituation der japanischen Linken hervorging, war die japanische Rote Armee Fraktion. Aus dieser entstanden 1971 die Vereinigte Rote Armee (VRA) sowie die Japanische Rote Armee (JRA). Während die VRA den revolutionären Kampf innerhalb Japans austragen wollte, verfolgte die JRA eine internationale Herangehensweise, die sich im Folgenden vor allem durch eine intensive Zusammenarbeit mit der PFLP und dem libyschen Regime auszeichnen sollte.

Continue reading

Totalverschleierung des Bewusstseins

Rede für die Initiative Sozialistisches Forum auf der Kundgebung „Antisemitismus ist keine Kreuzfahrt“ am 20. Juni 2010 in Frankfurt a.M.

Liebe Genossinnen und Genossen,
wenn wir heute unsere Solidarität mit Israel bekunden, so ist dies ganz und gar nicht uneigennützig oder selbstlos, gar ein Ausdruck höherer, gewissermaßen: kommunistischer Caritas. Vielmehr verhält es sich so: Daran, ob es Israel gelingt, seine Souveränität gegen die antisemitische und also antizionistische Internationale zu behaupten, daran entscheidet sich für unsere Generation, ob der Gedanke der staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft noch zur konkreten Utopie zu werden vermag, oder ob die freie Assoziation, die gesellschaftliche Einheit des Vielen ohne Zwang, dazu verdammt ist, für immer ein Traum bleiben zu müssen. Es ist unmittelbar unsere Sache, die hier verhandelt wird. No pasáran!
Continue reading

„Oh for fuck’s sake.“

Experts warned Tel Aviv that every time it launches a seemingly unprovoked or disproportionate attack it allows at least 10,000 cretins to say something at a dinner party that everyone then agrees with. Dr Martin Bishop, of the Institute for Studies, said: „Benjamin Netanyahu has to realise that his aggressive stance towards Hamas and Hezbollah is playing into the hands of some of the worst people in the world. I simply cannot sit through another dinner party with some speccie fucker spouting off about Israel while all the single, attractive women around the table stare at him like he was Martin Luther King. Meanwhile I’m sitting there knowing it’s actually a tad more complicated and that the Israelis are dealing with people who will not rest until it they’ve all been wiped from the face of the Earth and if it was us then we might just get a bit jumpy too, particularly if someone had tried to do it before. But if I come out and say that then this vegetarian ponce is going to accuse me of wanting to make a fancy cocktail with the blood of Palestinian babies and there goes any chance I may have of picking off the drunkest woman from the pack. If they could just protect their borders against exploding maniacs with a little more tact then that would help me enormously in my quest for a really good blow job.

via the daily mash