goodbye british zone

keep calm and don’t carry on

Wien im Jänner, kalt ist es und nass. Ein einsamer Trotzkist schlurft langsam über den verlassenen Heldenplatz. Keine jubelnden Massen, keine alliierten Truppen in der Stadt, nur aus der Hofburg dringt leise Musik.

An schlechten Parties ist in Österreich wahrlich kein Mangel festzustellen, sei es die Dorfgaudi in einem heruntergewirtschafteten vorarlberger Gehöft oder eines dieser schrecklich peinlichen Wie-in-Berlin-Verschnitte in Wien, trotzdem scheint kein Ereignis die paar Linken in diesem Land so umzutreiben wie das organisierte Unvergnügen, dass als Ball des Wiener Korporationsrings, also Party jener Sekte blasser Studierender, welche zumeist in furchtbar trost- wie spasslosen Männer-WGs dahinvegetieren und nicht einmal zum Heben eines Bierkrugs alleine in der Lage zu sein scheinen, alljährlich zum Ringelpiez mit Anfassen lädt.

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…dann ist die prager straße wieder rot

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where did the night go

Sexuality in Europe

Nachfolgend einmal mehr ein Unique-Beitrag, hier freilich vor dem Einsatz von Häcksler- und Korrekturmaschine:

Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen, so schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts zumindest Einer, dem nachgesagt wird er sei nicht nur ein trunkener Nachtarbeiter gewesen, sondern habe auch eines seiner Dienstmädchen geschwängert und anschließend in die Wüste geschickt. Aber wie ist das mit der Geschichte der Sexualität?

Die New Yorker Historikerin Dagmar Herzog geht in ihrem aktuellen Buch Sexuality in Europe der Geschichte menschlicher Sexualität im 20. Jahrhundert auf den Grund und zeigt, welche Bedeutung der anhaltende Kampf um die Liberalisierung des Sexus im europäische Kontext spielte und weiterhin spielen wird.

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Adieu, Genossin!

Begreifen, daß wir ein Entwurf sind – vielleicht, um verworfen, vielleicht, um wieder aufgegriffen zu werden. Das zu belachen ist menschenwürdig. Gezeichnet zeichnend. Auf ein Werk verwiesen, das offen bleibt, offen wie eine Wunde.
Was reden sie noch, was denken sie?
Wir wissen zuviel. Man wird uns für rasend halten. Unser unausrottbarer Glaube, der Mensch sei bestimmt, sich zu vervollkommen, der dem Geist aller Zeit strikt zuwiderläuft. Die Welt tut, was ihr am leichtesten fällt: Sie schweigt.
Das Licht hat sich verändert. Alle Gegenstände, sogar die Bäume, sind spitz, grell und scharf. Fern hören sie Stimmen, sie rufen nach Kleist. Die Kutsche nach Mainz soll abfahren. Die Günderrode bedeutet ihm, sich zu entfernen. Sie verabschiedet sich durch eine Handbewegung.
Jetzt wird es dunkel. Auf dem Fluß der letzte Schein.
Einfach weitergehen, denken sie.
Wir wissen, was kommt.

Kein Ort. Nirgends
Christa Wolf