to die in freedom

„In Victoria war Jones anwesend, der uns dann durch das schöne London in unser neues Haus brachte, 39 Elsworthy Road. Wenn Sie London kennen, es ist ganz im Norden der Stadt, nach dem Ende von Regent’s Park am Fuß von Primrose Hill, hat von meinem Fenster aus kein Gegenüber, sondern nur die Aussicht ins Grüne, das mit einem reizenden kleinen von Bäumen umschlossenen Garten anfängt. Es ist also so, als ob wir in Grinzing lebten, wo jetzt der Gauleiter Bürckel uns gegenüber eingezogen ist. […] Die Affektlage dieser Tage ist schwer zu fassen, kaum zu beschreiben. Das Triumphgefühl der Befreiung vermengt sich zu stark mit der Trauer, denn man hat das Gefängnis, aus dem man entlassen wurde, immer noch sehr geliebt, in das Entzücken über die neue Umgebung, das einen zum Ausruf: Heil Hitler drängen möchte, mengt sich störend das Unbehagen über kleine Eigentümlichkeiten der fremden Umwelt ein, die frohen Erwartungen eines neuen Lebens werden durch die Unsicherheit gehemmt, wie lange ein müdes Herz noch Arbeit wird leisten wollen, unter dem Eindruck der Krankheit im Stock über mir – ich habe sie noch nicht sehen dürfen – wechselt der Herzschmerz ab mit deutlicher Depression.“ – Sigmund Freud, 1938

“- to die in freedom.”, Thomas Aichhorn zum 75. Todestag Sigmund Freuds

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