Zwischen Libertinage und selbstverschuldeter Käfighaltung

Nachfolgender Artikel erschien in einer gekürzten Fassung in der aktuellen Ausgabe der Wiener ÖH-Zeitung Unique. Die vorliegende Version wurde leicht überarbeitet.

Im folgenden geht es um die BDSM-Szene, die Möglichkeiten, welche mit ihr verknüpft sind, aber auch um die Beschränkungen, die sie sich allein durch das Wesen ihrer selbst wieder auferlegt.

In seinem Machwerk zur Pathologisierung unterschiedlichster Spielarten von Sexualität, der „Psychopathia sexualis“, hatte Richard von Krafft-Ebing 1886 dem französischen Libertin Marquis de Sade sowie dem österreichischen Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch die zweifelhafte Ehre zuteil kommen lassen, als Namensgeber für die beiden „Perversionen“ Sadismus und Masochismus herhalten zu dürfen. Gut hundert Jahre später, nachdem Ansätze zur Pathologisierung sowie die mediale Berichterstattung im Kontext des Sadomasochismus über das gesamte 20. Jahrhundert die obskursten Blüten getrieben hatten, kristallisierte sich – sicher auch unter dem Einfluss der Schwulen- und Lesbenbewegung der 70er und 80er Jahre – eine neue, aktive Szene heraus, BDSM war geboren.

Hinter dem Kürzel BDSM verbirgt sich: Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism; also eine Vielzahl von unterschiedlichsten sexuellen Spielrichtungen. Durch diese neue und umfangreiche Namensgebung wollte die junge Szene den Vorurteilen über SM begegnen, mit denen sie sich alltäglich konfrontiert sah. Denn mediale Inszenierungen, wie etwa jene des Managers in Führungsposition, der sich nach getaner Arbeit von einer Peitschen schwingenden Domina traktieren lässt, geisterten damals genauso wie heute durch die Öffentlichkeit. Es waren derartige immer wiederkehrende mediale Szenarien, eine Gesellschaft, die jede obskure zur Schau Stellung der „Perversen“ die Tristesse des eigenen Schlafzimmer verdrängen ließ, sowie eine Psychiatrie, welche Sadomasochismus größtenteils nur als Krankheitsbild wahrnehmen wollte, die die unterschiedlichsten Protagonisten einer von der gesellschaftlichen Norm abweichenden Sexualität schließlich unter dem Dach einer eigenen Szene vereinten.

Reizendes Vertagswerk und ungebundene Fesslungen

Aber zunächst zurück zu den Beiden Namenspaten nach Krafft-Ebing, also zurück zu Sacher-Masoch und de Sade. Den Marquis hatte Krafft-Ebing auf Grund seines freizügigen Lebensstils sowie seines schriftstellerischen Werkes, in welchem die Protagonisten sich durchaus gerne einmal an dem Leiden ihrer Opfer erfreuen, zum Vorzeigesadisten auserkoren. Dass die heutige BDSM-Szene sich in ihrer Masse von de Sade, welchen sie vor allem als Pornografen wahrnimmt, distanziert, sollte hier aber nicht irritieren, zu sehr stehen die von de Sade beschriebenen Orgien ohne Hemmung und Rücksichtnahme, die mitunter in einem bestialischen Blutbad enden – siehe etwa „die 120 Tage von Sodom“ – in einem klaren Gegensatz zu der auf Vertrauen und gegenseitige Achtung bauenden Szene.
Ganz im Gegensatz zu de Sade kann Sacher-Masoch als ein bürgerlicher Autor par excellence betrachtet werden. In seiner 1870 erschienenen Novelle „Venus im Pelz“ steht der Protagonist in einem vertraglich festgelegten masochistischen Verhältnis zu seiner Geliebten. Es stehen sich also zwei bürgerliche Subjekte gegenüber, die ihre sexuelle Beziehung untereinander per Vertragswerk regeln. Es verwundert daher nicht, dass solche Arten von Verträgen sich auch heutzutage noch unter BDSMlern einer gewissen Beliebtheit erfreuen. So wenig, wie sich das ökonomische Grundsystem während der letzten 140 Jahre verändert hat, scheint auch das Bedürfnis, selbst seine intimsten Beziehungen noch vertraglich festzulegen, konstant geblieben zu sein. Die größte BDSM-Internet-Plattform im deutschsprachigen Raum, die sogenannte „Sklavenzentrale“, bietet Interessierten eigens hierfür – per digitalem „Sklavenvertragsgenerator“1 – die Möglichkeit an, die unvergleichlich schöne Sphäre des Warentausches noch mehr in das eigene Sexualleben zu integrieren, als sie dort ohnehin schon ihr Unwesen treibt. In solchen Verträgen können dann nicht nur die diversen sexuellen Aktivitäten, sondern auch das Verhalten am Arbeitsplatz oder die finanzielle Situation unter den Vertragspartnern geregelt werden. Das mag nun auf den ersten Blick recht drastisch erscheinen, wird aber – wenn es denn in seiner Vollkommenheit überhaupt genutzt wird – als Teil des erotischen Rollenspiels betrachtet, welches zum einen juristisch keinen Bestand hat und zum anderen jederzeit per „Safeword“, also durch einen vorher festgelegten Code, zum Abbruch gebracht werden kann. Parallel zu dieser detaillierten, schriftlich festgehaltenen Form des Vertragsschlusses unter Sexualpartnern, die nur von einem Bruchteil der Szene genutzt wird, hat sich innerhalb der gesamten Szene eine allgemein gültige, informelle Vertragsform etabliert: unter dem Motto „safe, sane and consensual“ gilt seit den 90ern, dass BDSM nur auf freiwilliger Basis, unter gegenseitigem Einverständnis und innerhalb von sicheren Grenzen praktiziert wird.
Das ist dann aber auch die einzige Prämisse, welcher sich wohl die ganze BDSM-Community verbunden fühlt. Die sexuellen Interessen der Szene sind dagegen extrem ausdifferenziert und reichen von einfachen Fesselspielen bis zur kompletten Auslieferung des eigenen Körpers an Dritte. Gerade diese große Breite von Praktiken, welche mittlerweile zu dem Gesamtgebilde BDSM zählen, machen ein wesentliches Potential dieser Szene aus, die klassischen Grenzen der Sexualität zu überschreiten und dabei Perspektiven jenseits der gängigen Fixierung auf primäre Geschlechtsmerkmale zu erschließen.
BDSM-Parties zeichnen sich folglich in ihrer Mehrzahl durch sehr offene Konzepte aus, was zu einer ständigen Vermischung der unterschiedlichsten Sexualpraktiken, aber auch der Geschlechterpräferenzen führt. Im Gegensatz zu den klassischen Sexparties in Swingerclubs gibt es nämlich innerhalb der BDSM-Szene nur eine sehr begrenzte Anzahl von Parties, welche sich ausschließlich an ein heterosexuelles Publikum wenden.2 So gibt es einzig bei einigen Themenparties, wie etwa solchen die sich an Dominique Aury’s „Geschichte der O“ orientieren, klare heterosexuelle Konstellationen und Vorgaben.
Wie sich anhand solcher Parties bereits erahnen lässt, machen viele Rollenspiele, welche innerhalb der Szene praktiziert werden, Sexualität auch unabhängig von der eigenen Zweierbeziehung, die auch innerhalb der BDSM-Szene das Kernstück des Beziehungslebens ausmacht, erfahr- und genießbar.

Vom Spiel mit der Macht und dem Elend mit der Identität

Das Sex fast immer auch ein Spiel mit Macht ist, mit dem sich Ausliefern und Hingeben, wird im sado-masochistischen Sex offen thematisiert, wird von den BDSMlern intensiviert und manipuliert. Die bei vielen sexuellen Handlungen vorhanden Strukturen von Macht werden hier aus ihrem zumeist impliziten Rahmen genommen, in ein neues Setting überführt und explizit gemacht. Neben all ihren Extremen, von der körperlichen Folter bis zum Spiel mit psychischen Qualen, befreit diese explizit Machung so auch temporär von einem Moment der verinnerlichten, unbewussten Herrschaft, welches das Individuum doch selbst im Sexuellen noch heimsucht. Diese Offenheit, mit der in den Praktiken des BDSM Machtstrukturen erzeugt und bis ins Detail ausgekostet werden, führt daher fast schon zwangsläufig zu einer Reflexion über eben diese Strukturen und so zu einer Sensibilisierung der Beteiligten, was die eigenen Grenzen sowie die Grenzen der Anderen betrifft.
Die machtspezifischen Rollen innerhalb von BDSM-Beziehungen sind dabei zumeist klar definiert. Das Groß der Einsteiger in die BDSM-Szene entscheidet sich recht schnell für eine der beiden geläufigsten Positionen, den dominanten Part (Top, Herrin…) oder den unterwürfigen Gegenpart (Sub, Sklave…). Der Gegensatz und die Einordnung in eines der beiden Rollenmuster führt uns zu dem Elend mit der Identität, dem Elend sich selbst durch eine freiwillige Identitätszuschreibung im libidinösen Gefilde anderen sexuellen Erfahrungen zu entziehen. Denn genauso wie etwa nach der Entscheidung zur Hetero- oder Homosexualität wird die, zumeist in der Adoleszenz gewählte Rolle, in der Regel nicht mehr in Frage gestellt, sondern als gegeben, gar als „natürlich“ übernommen und zum Grundbaustein der weiteren Szeneexistenz gemacht. Dabei wird der intraindividuelle Zusammenhang von Masochismus und Sadismus, den nicht erst die Psychoanalyse offengelegt hat, ausgeblendet und so die Möglichkeit beide sexuellen Spielarten zugleich zum eigenen Lustgewinn heranziehen zu können zu Gunsten eines Labels negiert.
Zwar ist mit den sogenannten Switchern, welche sich je nach Lust und Laune für den devoten oder dominanten Part entscheiden, noch eine dritte, freiere Rolle innerhalb der Szene präsent, aber diese ist wesentlich seltener anzutreffen als die Beiden erst genannten.
Das Dilemma von Kategorisierung und Identität, welches sich hier bei der klaren Unterscheidung der Rollen zeigt, erscheint als prinzipielles Problem der gesamten BDSM-Szene, wenn man sich der Frage widmet, warum die sexuellen Vorlieben eines Individuums überhaupt in das Korsett einer Szene-Struktur gezwungen werden müssen. Gerade ein reges und glückliches Sexualleben sollte doch etwas sein, das sich unabhängig von den Begrenzungen durch Kultur, Ökonomie und Szenezugehörigkeit entfaltet. Statt dessen hat sich aber im Laufe der letzten 20 Jahre die BDSM-Szene zu einer eigenen Subkultur mit wöchentlichen Stammtischen und szeneeigenen Comedyabenden entwickelt.
Die eigenen Parties verkommen folglich auch immer mehr zum bloßen Szenetreff, befreit von aller Lust und Leidenschaft. Sollte dabei dann doch einmal zwischenmenschlicher Kontakt über den inhaltsleeren Smalltalk hinausgehen, gar Spuren auf der eigenen Haut hinterlassen, werden diese am folgenden Tag hurtig dokumentiert und auf dem BDSM-eigenen Facebook, der bereits erwähnten Sklavenzentrale, zum Besten gegeben als handele es sich dabei um ein paar neue Schuhe oder die Fotos vom letzten Skiurlaub. Sexualität gerinnt hier zum plumpen Aushängeschild der eigenen Identität, zu einer emotions- und leidenschaftslosen Routine.
Trotz dieser langsam voranschreitenden Selbstkastration der eigenen Sexualität scheint man dem Ziel, um das zu Erreichen man sich doch einst unter dem Banner BDSM zusammengeschlossen hatte, nicht näher gekommen zu sein; nach wie vor wird BDSM von der Mehrheitsgesellschaft vor allem mit einem assoziiert, „dem Perversen“. Warum dem so ist und warum sich an dieser Kategorisierung trotz zwei Jahrzehnten Öffentlichkeitsarbeit reichlich wenig getan hat, gerät aber in zunehmenden Maße aus dem Blickfeld der sich um sich selbst drehenden BDSM-Szene.
Dabei wäre es doch so nahe liegend, sich einmal die Fragen zu stellen, warum die da draußen, die mit dem „Blümchensex“ und dem spöttischen Blick, denn auf einen selbst immer wieder nur als „den Perversen“ zu sprechen kommen und woher eigentlich diese Verachtung für all das kommt, was nicht dem bürgerlichen Ideal einer „gesunden“ – soll heißen einer scheinbar nicht bloß auf Reproduktion der eigenen Arbeitskraft sowie die Zeugung von Nachwuchs abzielenden – Sexualität entspricht. Dann nämlich bliebe nur ein Schluss zu ziehen: Das Problem ist die bürgerliche Moral an sich.

Wider die Moral

Aber genau wie die Mehrheit von Aktivisten aus dem Queer-Spektrum strebt auch ein Großteil der gesellschaftspolitisch aktiven BDSM-Szene nicht die Überwindung der bürgerlichen Moral an, sondern fordert einzig deren Ausdehnung auf die für sie relevanten Themengebiete. Durch derlei Forderungen wird allerdings nicht bloß ausgeblendet, dass das gesellschaftliche Verlangen nach „dem Perversen“, durch das man unter zur Hilfenahme der obskursten Projektionen die eigenen Triebhemmungen zu kompensieren sucht, ein immanenter Bestandteil der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft ist, sonder auch, dass solch sexuelle Freiheiten im Bedarfsfall – der sich gerade in Zeiten kapitalistischer Krisen und gesamtgesellschaftlicher Regression immer leicht finden lässt – schnell wieder zurückgenommen sind. Aber Reflexion in einem solchen Ausmaß, dass sie über die eigene szeneinterne Befindlichkeit hinausgehen könnte, ist in der BDSM-Szene, wie in anderen Subkulturen, freilich auf Grund ihrer Konstitution als identitäre Gemeinschaft zur Freizeitgestaltung, kaum vorhanden.
Es verwundert daher nicht, dass es ausgerechnet der Gesellschaftskritiker de Sade ist, dem die Mehrheit der BDSM-Szene abgeschworen hat. Findet sich doch gerade bei ihm – wie bereits Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in der „Dialektik der Aufklärung“ herausgestellt haben – eine fundamentale Kritik an jener bürgerlichen Moral, die bis zum heutigen Tage unser Denken und Handeln bestimmt. Insofern hätte eventuell gerade eine Wiederbelebung de Sades, jenseits einer auf das pornografische Element fixierten Rezeption, das Potential dazu, sowohl innerhalb als auch als außerhalb der BDSM-Szene, eine kritische Auseinandersetzung mit der bürgerlicher Moral zu eröffnen.
Denn einzig eine Überwindung der bürgerlichen Moral, welche bereits durch die Eigentümlichkeiten ihres Wesens mit einer Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise vonstatten gehen müsste, könnte Ausgangspunkt dafür sein, Sexualität jenseits von Stigmatisierungen, gesellschaftlich konstruierten Normen und den Begrenzungen einer Szenestruktur erfahrbar zu machen.

_________________________

all pictures by ellen von unwerth

  1. Hier die Links zur Sklavenzentrale und dem Vertragsgenerator.[back]

  2. Im Gegensatz dazu richten sich die BDSM-Parties der Schwulen-Szene zumeist ausschließlich an ein männliches Publikum.[back]

7 responses to “Zwischen Libertinage und selbstverschuldeter Käfighaltung

  1. Ein netter kleiner Text für Leute, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben. Finde ich sehr gut!

    Ich würde ja mittlerweile fast von soetwas wie “Sadomasophobie” bei manchen Individuen sprechen (wobei wohl nicht zufällig dieselben Leute meist auch homophob sind). Es steckt hier wie dort die Angst vor dem inneren Abgrund dahinter.

    Nur eine kleine Korrektur:

    Das Konzept des “sane, safe, consensual” wird ja durchaus auch angezweifelt, da es eben realitätsfremd und ein bestimmte Praxen ausschließendes Zugeständnis an die Norm ist, wie du ja auch darstellst. Es gibt auch das Konzept des “RACK” http://www.wordiq.com/definition/RACK (und ich glaube auch noch weitergehende Konzepte).

    Dass man bei BDSM explizit no-go’s etc. aushandelt, meinetwegen sogar schriftlich kodifiziert, finde ich aber prinzipiell nicht kritikabel, sondern in der Sache selbst angelegt.

    Zu de Sade: da sollte man aber schon aufpassen. De Sade einseitig als Helden einer subversiven Antimoral abzufeiern wird ihm auch nicht gerecht. Er kehrt die bürgerl. Moral in der Tat um – und spricht damit in gewisser Hinsicht die Wahrheit über dieselbe aus. Aber seine Gegenmoral führt halt dazu, dass sämtliche sozialen Beziehungen erodieren und Lust zur bloßen der selbstzweckhaften Kapitalbewegung nur allzu ähnlichen Geschäftigkeit verkommt. Echte Freundschaft und echtes Vertrauen gibt es denn in seiner Welt auch nicht mehr – beste Freunde bringen sich wie selbstverständlich um, jeder betrügt jeden. Das liest sich eher wie eine Radikalisierung der von der bürgerl. Ges. verlangten Verhaltensweisen als ein utopischer Gegenentwurf.

  2. Was ssc angeht hast Du vollkommen recht, da habe ich dummerweise eine Generalisierung gemacht, wo sie nicht hingehört. Dass ich jetzt nicht näher auf die diversen Alternativen eingegangen bin, ist leider der Übersichtlichkeit geschuldet und da ssc momentan das vorherrschende „Paradigma“ ist hatte ich es dabei belassen.
    De Sade wollte ich aber keineswegs als Vertreter einer erstrebenswerten Utopie erscheinen lassen. Ich sehe bei ihm – im Gegensatz etwa zu Sacher-Masoch oder der festgefahrenen BDSM-Stammtischkulur – halt nur das Potential dazu, den Weg hin zu einer Kritik an der bürgerlichen Moral zu eröffnen.

    Noch kurz zu „Sadomasophobie“: Ich finde es recht problematisch, die diversen Ängste/Ressentiments im Kontext von Sexualität immer gleich in irgendwelche Unterkategorien zu verpacken. Du deutest ja auch schon an, dass es da Überschneidungen gibt. Ich würde denken, dass es auch gerade diese Überschneidungen sowie die Vorstellungen des „Phobikers“ sind, welche im Zentrum einer Analyse stehen sollten. Es geht bei diesen „Ängsten“ halt weniger um den Gegenpart (BDSMler, Homosexuelle, usw.), sondern vielmehr um die eigene sexuelle Befindlichkeit.

  3. Ergänzend:
    Die Steigerung von RACK ist D.E.B.R.I.S
    = domination enhanced beyond rule induced superiority
    = Beherrschung, erweitert über regelbasierte Überlegenheit hinaus

  4. Schade dass du nicht weiter ausführst, was es mit der bürgerlichen Moral und deren möglicher Überwindung hinsichtlich Sex und “Perversion” auf sich hat …

  5. Mir wird nicht ganz klar, was du meinst, wenn du von der bürgerlichen Moral sprichst, die von der queer- und BDSM-Szene nicht kritisiert, sondern quasi übernommen würde: geht es um die Anerkennung im Sinne von “Wir sind ganz normal, wir wollen auch bloß heiraten, Job, Haus und Kinder”? Oder bezieht sich das Ganze auf die Verhandlungs- und Vertragskultur der BDSM-Szene?

  6. Zu dem Zeitpunkt, als dieser Artikel entstand, meinte ich wohl unter bürgerliche Moral erst genanntes. Mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr so sicher, was die Absage an die bürgerliche Moral angeht. Ich befürchte fast, dass momentan eher eine negative Aufhebung der bürgerlichen Moral vor sich geht, welche bei aller verkündeten Libertinage im Endeffekt eine wesentlich repressivere Moral hervorbringt. Verwiesen sei dabei vor allem auf die zunehmende Internalisierung der Moral-fordernden Autorität und die damit einhergehenden Selbstzurichtung.

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