Don’t touch the lobster

Für den antisemitischen, menschenverachtenden und lustfeindlichen Verein PeTA gilt es als grausame Tierquälerei ihn zuzubereiten, Woody Allen riet einst Diane Keaton zu seiner Bekämpfung die Staatsmacht um Hilfe zu ersuchen und ich erfreute mich erst kürzlich wieder einer ausgesprochen delikaten Begegnung mit ihm.
Der Hummer – aus der Familie der Nephropidae – besticht nicht bloß durch köstlichen Inhalt, sondern auch durch eine komplexe und recht unterhaltende Herangehensweise um an eben diesen zu gelangen. Bei der Tötung eines Hummers muss man übrigens in Deutschland darauf achten sich nicht strafbar zu machen, da das Töten durch einen eleganten Stich in den Kopf hierzulande gesetzlich verboten ist.
Während noch im 18. Jahrhundert amerikanisches Dienstpersonal per Streik eine Reduzierung der Verköstigung mit Hummer auf drei Tage die Woche durchsetzte, ist es dem durchschnittlichen Hartz 4 Empfänger heutzutage nicht unbedingt zu empfehlen sich an den Verzehr von Hummer zu gewöhnen. Gilt er doch allgemein hin als Delikatesse und ist aufgrund von Überfischung nicht gerade ein günstiges Vergnügen.

Nun hat es sich ergeben, dass „Deutschlands schönste Kommunistin“ und Rosa Luxemburg-Double Sahra Wagenknecht im Juni diesen Jahres in Straßburg speiste und ihre Wahl beim studieren der Speisekarte – dies spricht zumindest auf einen nahrungstechnisch guten Geschmack – auf Hummer fiel. Sie aß also zusammen mit Lothar Bisky sowie mit anderen Vertretern der Linkspartei im Straßburger Restaurant „Aux Armes“ Hummer und hatte wahrscheinlich einen recht netten Abend unter Parteigenossen.
Nun, gut ein halbes Jahr später, bekommt der Spiegel Protokollnotizen zugespielt aus denen hervorgeht, dass Frau Wagenknecht Bilder von diesem Essen löschte, welche ihre Kollegin Feleknas Uca an jenem Abend gemacht hatte. Dies ist ja nun eigentlich nicht ungewöhnlich, wer hat nicht schon Bilder aus dem Speicher einer Digitalkamera entfernt, wenn sie einem nicht gefielen oder man seinem angetrunken Ich nicht in die Augen schauen wollte. Aber Frau Wagenknecht ist ja nicht bloß Europa-Abgeordnete der Linkspartei, sondern dort auch noch die prominenteste Vertreterin der so genannten Kommunistischen Plattform. Da kann dann die deutsche Medienmeute nicht anders als sich auf irgendwelche ominösen Protokollnotizen über ein Abendessen in Straßburg zu stürzen. Denn Kommunistin beim Hummeressen, dass ist für das hiesige Kommunismusverständnis ein Widerspruch. Kommunismus ist schließlich planwirtschaftliche Elendsverwaltung und Diktatur des Proletariats. Da erscheint dann das Verspeisen eines Hummers als bourgeois par Excellence.
Das allerdings selbst an dieser Logik irgendwo ein Funke Wahrheit haften könnte erschließt sich, wenn man einen Blick auf die Wählerschaft der Linkspartei wirft. Denn dort findet man diejenigen die sich nach staatlicher Elendsverwaltung sehnen, jene welche den besser Situierten ihren Wohlstand neiden und die ihren Kindern mit glänzenden Augen vom gemeinschaftlichen Dahinvegetieren in der DDR erzählen. Ist es doch zum Großteil jene ostdeutsche Wählerschaft, welche sich am eigenen Selbstmitleid labt sowie sich mit Hilfe von Eulenspiegel, Neues Deutschland und junge Welt täglich ihres Opferstatus versichert.
Für eben diese ostdeutsche Klientel ist die Linkspartei die einzige politische Kraft, welche sich noch für den kleinen Mann einsetzt. Eine Partei die staatliche Verwaltung von links verspricht und dem geschundenen Individuum die Wärme des Kollektivs der Selbstmitleider.
Da kann es natürlich nicht sein, dass eine Vertreterin eben dieser Partei sich dem Luxus eines guten Essens hingibt. Das riecht nämlich schon fast nach der Vaterlandsverräterin Angela Merkel, welche erfolgreich im Westen ihr Glück gesucht hat und heute nicht ihrem Job als Sekretärin für Agitation und Propaganda der Freien Deutschen Jugend hinterher trauern muss.
Darum ist es durchaus gut vorstellbar, dass Sahra Wagenknecht die Fotos nicht löschte, weil man sie betrunken auf einem mit Hummerresten übersäten Tisch tanzen sah, sondern um ihrer Partei nicht die Wähler zu vergraulen.

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